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Thoughts and failures

2023: Werbekampagnen

January 17, 2019 — alsternerd

Im Original veröffentlicht am 2019-01-17 um 16:20 Uhr von @frank_rieger@twitter.com

Sommer 2023.

Die Rasiererwerbungs-"Kontroverse" ist dank Facebook & Co. und Folge-Kampagnen anderer Marken ungebrochen weiter eskaliert. Nachdem die Rechten aus Protest das Rasieren grundsätzlich eingestellt haben und den Waldschrat-Style kultivieren gilt mancherorts schon ein Drei-Tage-Stoppelbart als "problematisch". Für das Highjacking der Emotionen leicht erregbarer Bevölkerungsgruppen, um unfreiwillige Multiplikatoren zu generieren, gibt es nun spezialisierte machine-learning Contentgeneratoren mit A/B-Testing.

Menschen, die keine Fehler machen wollen, benutzen eine SmartMirror-App, die morgens vorm Rausgehen das Outfit gegen den aktuellen Stand der durch die Kampagnen gesetzten Symbole und Signale checkt und für die vom User konfigurierte Peergroup problematische Elemente anzeigt. Wenn Haartracht, Gesichtshaar, Schmuck, Kleidung, Anstecker o.ä. durch eine Kampagne oder Gegenkampagne über Nacht zu Peergroup-inkompatiblen Symbolen geworden sind, erscheint ein warnender Hinweis mit Verweis auf die entsprechenden Posts. "Social Media" wird von geistig noch gesunden Menschen nur indirekt durch "intelligente" Filter-Apps und -Services wahrgenommen, die die wesentlichen Ereignisse, Trends und Kampagnen in neutraler Sprache zusammenfassen und ein Impact-Rating vergeben.

Der Bundestag debattierte vor der Sommerpause über das hart umstrittene Neutrale-Werbung-Gesetz, das nötig geworden war, nachdem im Frühjahr einige besonders effektive Kampagnen zu Strassenschlachten zwischen den Anhängern zweier Cola-Marken geführt hatten, die durch das geschickte Trolling einer Youtuber-Gang befeuert wurden.

Der Versuch der Etablierung eines "ich halt mich raus"-Styles, der durch das tragen von dunkler Kleidung ohne Markenlogos signalisieren sollte, daß die betreffende Person nicht mitspielt, wurde durch die Einführung einer "No Logo"-Marke durch einen Luxusartikel-Konzern sabotiert. Die Preisgestaltung der "No Logo"-Marke führte unweigerlich zum Verdacht des überbordenden Reichtums gegen alle Menschen, die logofreie Kleidung trugen. Preise von abseits gelegenen Immobilien im ländlichen Raum steigen weiter, besonders dort, wo es kein Netz gibt.

Quelle: @Frank_Rieger on twitter

Update: Jetzt auch bei Frank Rieger im Blog: https://frank.geekheim.de/?p=2534

Tags: Frank_Rieger, Werbung, Twitter, Zukunft, Facebook, Stil