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Thoughts and failures

Reaktion zu: Android, Datenschutz und “Bequemlichkeit”

March 05, 2019 — alsternerd

@qbi hatte zu Android, Datenschutz und Bequemlichkeit beim Wechsel von Google-Verseuchten Geräten hin zu Google-freien-Geräten geschrieben und ja, er hat viele Punkte. Der Wichtigste aber ist immer, auch, bevor ich mir irgendein Gerät zulegen mich einzulesen/zuhören/zusehen, schlau zu machen, was ich da kaufe und was damit möglich ist.

Das schöne Vorweg: Es ist tatsächlich einfach sich ein Google-freies Gerät zu besorgen. Zum Beispiel mit dem Fairphone, beim Shiftphone geht das auch. Beides einfach per fertigem Skript von Mac, Windows und Linux aus. Der freie F-Droid-App-Store ist dabei meist auch schon direkt installiert und kann auch im Hintergrund, dank privilegiertem Modus, Apps installieren und Updaten.

Und jetzt meine Kritik am Blog selbst:

Selbst wenn man den Bootloader nicht ändert, kann jeder, der physischen Zugriff auf das Gerät hat es Problemlos auslesen und auch den Bootloader zu seinen gunsten Ändern, die Stellen dafür existieren, ob man es macht oder nicht.

Aber ein komplett geschlossenes System wie bei Apple ist halt noch eher scheiße, weil man dort gar nicht wissen kann, was passiert.

Selbst bei normalen Computern hast du ja schon ein Problem, sobald physischer Zugriff besteht/bestand. Unsischer sind die Geräte so oder so, immer. Bei geschlossenen System wie iOS auf den iPhones weiß man nicht, ob Apple wirklich nur tut, was Apple sagt. Bei Samsung, Xiaomi und co. aber auch nicht.

Wo ich ihm aber recht geben muss ist der Punkt mit dem Entsperren, was wirklich zum Bricken führen kann. Es in meiner Erfahrung aber nicht tut, wenn man sich die Schritte wirklich einprägt und vielleicht auch erstmal abwartet. Aber vor allem sich tatsächlich vor dem Kauf überlegt es jetzt zu entsperren und dann zu gucken, ob das beim gewünschten Gerät funktioniert und sich danach die Hardware auszusuchen.

Aber es gibt auch Geräte, wo das ganze nicht nötig ist, wie die Fairphones oder die Shiftphones. Letzteres sind auch günstiger als die Fairphones.

Einfacher wäre es immer wenn Smartphones wie normale Computer aufgebaut wären.

Und zum Problem:

Das Gerät ist danach leer, und sämtliche enthaltenen Daten, einschließlich Konten, Kontakte, Adressen, Bilder, Dokumente, installierter Apps werden gelöscht. Auf all diese Dinge sollte man vorbereitet sein.

Das Problem hat jedes andere Gerät auch. (Bloß weil das Cloud-Backup schon an ist, heißt das nicht, dass es hilft.)

Code der vom Hersteller kommt gab es diese Woche ja auch was feines vom BSI

Und letztlich: Ja, dann nutzt man halt nur noch die Apps, die Google Play nicht brauchen. Für Flinkster habe ich z.B. extra die Karte dazubestellt, weil die App an sich eher nutzlos ist. Es geht aber auch, dass man Apps so designed, dass sie ohne Google laufen. Das zeigen sämtliche F-Droid-Apps, aber auch Apps wie z.B. Cambio oder trainline.eu aus dem Google Play Store.

Ja, dann ist halt auf Instagram und Snapchat geschiessen. Das ist Facebook, wie WhatsApp auch. Auch das will man nicht auf seinen privaten Geräten haben. WhatsApp, Facebook und Twitter gibt es auch mit Push ohne GApps.

Und natürlich zum Verständnisteil. Das sollte man auch alles verstanden haben, bevor man sich irgendein Gerät kauft. Man baut in seine Bohrmaschine ja auch kein Stichsägeblatt ein.

Daß ROMs keine Updates mehr erhalten, weil die Entwickler dafür keine Zeit mehr haben oder sich andere Geräte kaufen und für die “alten” nichts mehr tun wollen, ist bei vielen Projekten eher die Regel als die Ausnahme.

Neben Googlefreiheit war das übrigens der Hauptpunkt, warum es Custom ROMs überhaupt gab. Den Herstellern ist das nämlich auch heute noch meist scheißegal, ob es Updates gibt. Gibt ja schließlich keine Produkthaftung bei Softwarefehlern.

Tags: android, fairphone, shiftphone, f-droid, freiheit, google, amazon, facebook, security, free-software